Auszug aus Clean Solid Tattoo Designs Vol. 1 von Robert Aalbers.
Die meisten Künstler wollen „mehr Ideen“.
Aber Ideen tauchen nicht aus dem Nichts auf.
Sie entstehen durch Wiederholungen.
Stil ist Wiederholung mit Absicht.
Wir verkaufen keine Motivation. Wir bauen Studiendisziplin auf.
Die Falle: auf die perfekte Idee warten
Wenn du nur zeichnest, wenn du ein „großartiges Konzept“ hast, produzierst du weniger — und lernst langsamer.
Ein besserer Ansatz ist, ein einfaches Motiv zu nehmen und es zu erforschen, bis du es verstehst.
So verbessert sich dein Auge.
So verbessert sich deine Hand.
So wird dein Geschmack zu deinem.
Die Regel
Wähle ein Motiv.
Wiederhole es 20 Mal.
Verändere bei jedem Mal eine Entscheidung.
Nicht zufällig — mit Absicht.
Du trainierst:
- Struktur
- Rhythmus
- Proportionen
- Lesbarkeit
- Auswahlen, die du später wiederholen kannst
Motive, die gut funktionieren
Wähle etwas einfaches, das du schnell wiederholen kannst:
- Blume / Blatt / Pfingstrose
- Welle / Wolke / Windbalken
- Schlangenkopf / Drachenklaue
- Dolch / Herz / Stern
- Maske / Schädel
- Knoten / Seil / Kette
Je einfacher der Start, desto stärker die Wiederholungen.
Die 20-Variationen-Übung (30–45 Minuten)
Schritt 1: Erstelle eine Basisversion (5 Min)
Zeichne das Motiv einmal mit sauberer, einfacher Struktur.
Das ist Version #1.
Schritt 2: Variationen in „Sets“ vorantreiben
Mach 5 Variationen pro Set. Denk nicht zu viel nach — bleib in Bewegung.
Set A — Proportionen (5 Variationen)
Verändere:
- höher vs breiter
- länger vs enger
- schwerer oben vs schwerer unten
- komprimiert vs gestreckt
- dicke vs dünne Silhouette
Set B — Rhythmus (5 Variationen)
Verändere:
- ruhige vs aggressive Bewegung
- glatte vs gezackte Übergänge
- dicht vs offen
- Wiederholungsfrequenz
- Symmetrie vs Asymmetrie
Set C — Formensprache (5 Variationen)
Verändere:
- rund vs scharf
- weiche vs kantige Ecken
- große Kurven vs gerade Segmente
- einfache Formen vs komplexe Formen
- massiv vs elegant
Set D — Schwarz & negativer Raum (5 Variationen)
Verändere:
- wo das Gewicht liegt
- wie viel Schwarz du verwendest
- wie du Highlights reservierst
- wie du Ebenen trennst
- wie das Motiv „atmet“
Jetzt hast du 20 Lösungen aus einem Samen.
Das ist eine Bibliothek.
Der Teil, den die meisten überspringen (und warum er wichtig ist)
Nach den 20 markiere deine besten 3.
Schreibe einen Satz:
Was haben diese drei gemeinsam?
Dieser Satz formt deinen Stil.
Schnelle Studio-Version (10 Minuten)
Keine Zeit? Mach eine Mini-Version:
- 1 Grundmotiv
- 4 schnelle Variationen
- Wähle das beste aus und zeichne es sauberer nach
Zehn Minuten zählen.
Kostenlos zum Ausdrucken (mach es dir einfach)
Möchtest du ein druckbares Raster + Anregungen, damit du diese Übung schnell durchführen kannst?
→ Download: Ein Motiv, 20 Variationen (kostenloses PDF)
Nächstes in der Serie
Nächster Schritt: Vom Studium zum fertigen Werk — ein einfaches wöchentliches Ausgabesystem.



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