Referenz ist kein Kopieren. Es ist das Training deines Auges.
Die meisten Künstler verwenden Referenzen nicht, um „etwas zum Kopieren zu finden“.
Wir verwenden es, um besser sehen.
Um zu verstehen, warum ein Drache aus der Ferne liest.
Warum eine Pfingstrose ihre Form in einer Hülle behält.
Warum wirken manche Kompositionen ruhig, während andere sich bewegend anfühlen?
Referenz ist, wo du Struktur ausleihst, nicht Identität.
Und genau deshalb lieben wir Bücher als Referenz: Sie bremsen dich aus. Sie holen dich aus dem endlosen Scrollen heraus. Sie geben dir komplette Seiten, vollständige Kompositionen und Details, die du wirklich studieren kannst.
Hier sind ein paar praktische Wege, wie Tätowierer Referenzbücher im Studio nutzen — und ein paar einfache Übungen, die du heute ausprobieren kannst.
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1) Studiere zuerst die „großen Formen“ (Komposition > Details)
Ein häufiger Fehler: direkt in die Details springen.
Stattdessen fange aus der Ferne an.
Fragen:
- Was ist das Silhouette?
- Wo ist das Gewicht?
- Was ist das Flussrichtung?
-
Wie „sitzt“ die Komposition auf einem gedachten Rücken, Ärmel oder Panel?
Bücher wie Scrolls II sind perfekt für diese Art von Studie, weil man eine komplette Komposition auf einen Blick erfassen und dann in die Details hineinzoomen kann. Das lange vertikale Gatefold-Format macht es einfach, die Bewegung durch das gesamte Stück zu verfolgen.
Schnelle Studioübung (5 Minuten):
Wähle ein Bild aus. Mit einem Marker oder Pinselstift mache eine winzige Miniaturansicht (wie 5–7 cm). Keine Details. Nur die großen Formen und der Hauptfluss.
Baue eine Motivbibliothek auf (Variation ist das Geheimnis)
Tätowieren ist voller gemeinsamer Symbole – aber was starke Arbeiten von generischen unterscheidet, ist Variation.
Referenzbücher helfen dir, Variationen desselben Motivs zu sammeln:
- mehrere Pfingstrosenstrukturen (offen vs. geschlossen)
- verschiedene Blattrhythmen
- verschiedene Drachenköpfe, Hörner, Schnurrhaare
-
verschiedene Wege, dasselbe Problem zu lösen
Japanese Flora Vol. 2 ist ein großartiges Beispiel für Referenzen, die diese Art von Studium unterstützen: Es basiert auf floralen Motiven und enthält Anleitungen, wann/wie man sie verwendet, plus traditionelle Designelemente wie kamon (Familienwappen), die dir mehr Vokabular zum Abrufen geben.
Schnelle Studioübung (10 Minuten):
Wähle eine Blume und zeichne sie sechs Variationen:
- 2 vereinfachte Versionen für bessere Lesbarkeit
- 2 detailliertere Versionen (für größere Platzierungen)
- 2 Versionen mit unterschiedlichem Rhythmus (runder / schärfer)

3) Nutze Referenzen für Wiederholung (Disziplin schafft Stil)
Stil entsteht nicht durch eine einzelne Zeichnung. Er entsteht durch Wiederholung.
Deshalb sind tägliche Übungsformate so nützlich: Sie zeigen dir, wie ein Künstler ein Problem löst Dasselbe Motiv Hunderte Male, mit kleinen Veränderungen jeden Tag.
Tägliche Drachenskizzen – Frühling kommt aus einer einjährigen Praxis, täglich Drachen zu zeichnen, und diese Art von Wiederholung ist eine der schnellsten Methoden, um eigene Entscheidungen über Fluss, Anatomie und Formensprache zu entwickeln.
Schnelle Studioübung (15 Minuten):
Wähle einen Drachenkopf, der dir gefällt. Zeichne ihn 5 Mal:
- 1: Kopiere das Struktur (nicht die Linie)
- 2: Ändere die Kieferform
- 3: Ändere den Ausdruck von Auge + Augenbraue
- 4: Ändere den Rhythmus von Horn/Barthaare
- 5: Zeichne es aus dem Gedächtnis neu
Du wirst deine eigene Version bis Schritt #3 entstehen sehen.

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4) Übersetze die Referenz in Tattoo-Entscheidungen
Ein Referenzbild wird erst nach der Übersetzung zu einem Tattoo:
- Was wird vereinfacht?
- Was wird verdickt?
- Was wird zur Klarheit entfernt?
-
Wo lässt du Luft zum Atmen?
Hier schlagen Bücher zufällige Online-Bilder: Du siehst Werke, die absichtlich und in hoher Qualität präsentiert werden, damit du bessere Übersetzungsentscheidungen treffen kannst.
Regel, die wir im Studio mögen:
Wenn es aus 2 Metern Entfernung nicht lesbar ist, wird es wahrscheinlich nicht gut altern.
Wenn du Referenz benutzt, frag nicht „Kann ich das zeichnen?“
Frag „Kann ich das tätowieren, damit es hält?“
5) Verwandle Referenz in dein Flash
Das Ziel ist nicht, eine Seite zu rekonstruieren.
Das Ziel ist, eine neue Seite zu schaffen, die ohne deinen Geschmack nicht existieren könnte:
- deine Linienentscheidungen
- dein Abstand
- deine Vereinfachungen
-
deine Kompositionsinstinkte
Einfacher Arbeitsablauf:
- sammle 3 Referenzen (Komposition / Motiv / Textur)
- mache eine Miniatur, die das kombiniert Ideen
- zeichne es sauber neu wie Flash
-
tätowiere es (oder male es) und überarbeite
So wird Referenz zu Urheberschaft.
Wenn du tiefer gehen willst
Wenn Sie gerade ein Studio-Referenzregal aufbauen, hier sind drei starke „sofort verwenden“-Richtungen: Komposition + Fluss: Scrolls II
Florale Vokabeln + Struktur: Japanese Flora Vol. 2
Tägliche Übung + Drachen: Daily Dragon Sketches – Spring



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